" Ihm liegt die Welt zu Füssen. er hat eine große militärische Karriere vor sich. Doch er trifft Anna Karenina und verliebt sich in sie. Im Verlauf der Geschichte müssen beide große Opfer bringen, um ihr leidenschaftliches, fast obsessives Verhältnis fortzusetzen."
Sean Bean, im "Making of",

“The uniform is the essence of what Vronsky represents -- a man who lives for the pleasures of society, who can be calculating and even a little brutal in his relationships because he is a soldier at heart. But when he meets Anna Karenina, Vronsky is transformed -- and finally, even though he becomes wiser and more compassionate, he is ruined.”
Bernard Rose, Regisseur

"
Sean Bean, in einem Interview, 2003

Zitat
Quelle

""Making of", deutsche DVD, 2003, und Zitat Rose: "feature about the cast", www.compleatseanbean.com

 

 

Anna Karenina

im deutschsprachigen Fernsehen am Montag, 31.10.2011 / 22:45 h - MDR

Neuausgabe auf DVD ab 31.10.2011
auf DVD ab 22. September 2008.

 

 

 

 

 

 

 

Leo Tolstois "Anna Karenina" gehört zu den großen Werken der Weltliteratur. Die bekannteste unter den zahlreichen Verfilmungen ist die aus den 1930er Jahren mit Greta Garbo. Bernhard Rose verfilmte die Geschichte 1996 neu. Dabei legte er großen Wert auf den epischen Aspekt. Gefilmt wurde in Rußland, hauptsächlich in St. Petersburg. Im Buch wird der tragisch endenden Liebesgeschichte zwischen der verheirateten Anna Karenina und dem Offizier Graf Wronski die des reichen Grundbesitzers Lewin und der hübschen Kitty gegenübergestellt. Diese Konstellation hat Rose übernommen. Seiner Überzeugung nach geben sie der Geschichte erst die Vollständigkeit. Im Gegensatz zu Anna K. und Graf Wronski beginnt die Liebe zwischen Lewin und Kitty mit einer Abweisung und endet in einer beglückenden Ehe.

Anna (Sophie Marceau) und Graf Wronski (Sean Bean) treffen sich zum ersten Mal auf dem Bahnhof. Wronski möchte seine Mutter abholen und sieht durch den weißen Dampf der Lokomotive eine Traumgestalt auf sich zukommen - Anna Karenina, die ihren Bruder besuchen will. Es ist Liebe auf den ersten Blick.

Anna, verheiratet mit dem ältlichen, auf Ansehen bedachten Grafen Karenin, wehrt sich zunächst gegen ihre Gefühle, und gibt ihnen dann doch nach. Eine leidenschaftliche Affäre beginnt, die bald nicht mehr geheimzuhalten ist.

Währenddessen muß Kitty, die in Wronski verliebt war, eine schwere Krankheit durchstehen, in deren Verlauf sie sich vom verwöhnten Kind zu einer verantwortungsbewußten Frau wandelt. Schließlich nimmt sie Lewins Heiratsantrag an.

Währenddessen versuchen Anna und Wronski, die inzwischen zusammenleben, von Karenin die Scheidungszusage zu erhalten - vergeblich. Das lange Warten zehrt an Annas Nerven, die, gemieden von der Moskauer Gesellschaft, nicht ausgehen kann und bald völlig verzweifelt ist. Wronski, als Mann nicht den strengen Restriktionen der Gesellschaft unterworfen, verläßt immer öfter das Haus. Anna, getrieben von der Sehnsucht nach ihrem Sohn und an Wronskis Liebe verzweifelnd, sieht keinen Ausweg mehr. Sie wirft sich am Bahnhof für einen einfahrenden Zug.

Wronski, innerlich zerstört, hat mit seinem Leben ebenfalls abgeschlossen. er fährt mit dem Zug an die Front.

 

 

Eigentlich ist Bernard Roses "Anna Karenina" ein Film den ich mag. Große Gefühle, lange Einstellungen der weiten russischen Landschaft, St. Petersburg. Und vor allem: Sean Bean in einer Hauptrolle. Immer wieder Nahaufnahmen auf sein und Sophie Marceaus Gesichter. Leider spielt hier Sophie Marceau, die ich in anderen Filmen, z. B. Braveheart und James Bond, sehr mochte, irgendwie so, als sei sie die meiste Zeit abwesend. Weshalb sie Wronskis Werben nachgibt, wird nie verständlich - die große Leidenschaft, die die zwei Liebenden angeblich erfüllt - hier wird sie nur durch Sean Bean deutlich, in dessen Gesicht man die ganze Geschichte verfolgen kann. Ihm nimmt man die Passion ab, bei ihr scheinen alle Konfrontationen, egal ob mit ihrem Ehemann oder ihrem Geliebten, gleich beliebig. So gesehen könnte sie eigentlich gleich bei Karenin bleiben... Das ist auch der einzige Film, in dem man Sean Bean tatsächlich "schauspielern" sieht - man achte auf einige seiner Szenen mit Marceau in der zweiten Filmhälfte, in denen er gegen ihre unbewegte statuarische Schönheit anspielen muß und - so rein schauspielermäßig - ganz schön allein gelassen wirkt...

 

Bildherkünfte: Screencaptures, deutsche DVD, Arcade Video, 2003
rg/22. September 2008
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