Eine Film-
besprechung
von rg & EFi

5. August 2010

Evi und ich haben den Film bereits in Deutschland, aber in der englischen Originalfassung gesehen.

 

Man muß ihn vielleicht nicht gesehen haben, aber wenn man ihn nicht gesehen hat, hat man etwas versäumt!

Black
Death

Nachdem Black Death ja bereits vor über einem Jahr in Deutschland gedreht worden ist (siehe hier) und der Film am 11. Juni 2010 in England in die Kinos kam, waren wir allmählich schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

Unser Urteil:
4 von 5 Punkten

Klar war uns schon vorher, daß es um ein von der Pest entvölkertes mittelalterliches England geht, in dem ein abgeschiedenes Dorf auf wundersame Weise von der Seuche verschont blieb. Die Kirche wollte nun wissen warum und schickte eine Gruppe kampfeserprobter, glaubensfester Ritter, geleitet von dem jungen Novizen Osmund, auf die Reise dorthin.

So weit, so gut.

Also, die Ritter werden angeführt von Boromir... äh... Ulric.. .ööh... Sean Bean... Das ist schon einmal für uns das Wichtigste. Und tatsächlich beginnt der Film erst wirklich, als er in den Hof einreitet. (Nein, wir können nichts dafür, diese Szene fand nicht in Bruchtal/Rivendell statt, auch wenn sich das so liest!) Ulric wirkt in mancher Szene wie ein älterer, verbitterter Bruder von Boromir. Die ohnmächtige Wut über den Tod von Frau und Kind hat dieser harte Kämpfer in sich hineingefressen und in der Verteidigung des Glaubens eine neue Aufgabe gefunden. Daher empfiehlt ihn der Bischof als Anführer dieser Mission, denn er ist sich sicher, dieser strenggläubige Pragmatiker wird nicht vom Weg der Kirche abweichen.

 

 

Black Death

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Über den Film Unsere Filmbesprechung
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blackdeath.centralfilm.de
sehr schöne deutsche offizielle Filmwebsite! online seit 20.08.2010.

erscheint auf DVD/Blu-Ray am 10. Februar 2011

Deutschlandpremiere: beim Fantasy Filmfest
Freitag, 20. August 2010

in deutschen Kinos ab 9. September 2010

Fantasy-Filmfest 2010:

Hamburg - Freitag, 20.08. / 21:00 h - Cinemaxx 3
Berlin - Freitag, 21.08. / 21:00 h - Cinemaxx 7
Köln - Freitag, 27.08. / 21:30 h - Cinedom 9
Hannover - Sonntag, 29.08. / 19:15 h - Cinemaxx 10
Frankfurt/Main - Dienstag, 31.08. / 19:15 h - Metropolis 8
München - Donnerstag, 02.09. / 19:15 h - Cinema
Stuttgart - Montag, 06.09. / 19:15 h - Metropol 1
Nürnberg - Dienstag 07.09. / 19:15 h - Cinecittá 2


   

 

         
Über den Film/About the film        
 

Black Death / Die schwarze Pest

Feature film / Spielfilm
German/british coproduction / deutsch-britische Koproduktion
Filming / Dreharbeiten: 20. April 2009 - 12. Juni 2009 in Deutschland
Deutschland, Großbritannien, 2010, 102 min.

Mystery Thriller

It's the 14th century. Millions are victims of the plague. Is this gods punishment? Only a village is spared. It is said that there live faithless and invincible people, led by a mysterious woman named Langiva (Carice van Houten) The bishop sends Ulric (Sean Bean) and his group of church knights who have to fight their way through the devasted land. The young monk Osmund (Eddie Redmayne) leads them to the village where he hopes to find his secret love, Averill (Kimberley Nixon).

When Ulric meets the seduceress Langiva and when it seems to become more and more obvious, why the plague spares the village, the church knights have to decide...

   
   

Im 14. Jahrhundert fallen der Pest Millionen Menschen zum Opfer. Ist das die Strafe Gottes? Nur ein Dorf wird verschont. Es heißt, dass hier ungläubige und unverwundbare Menschen leben würden, angeführt von der mysteriösen Langiva (Carice van Houten). Der Bischof schickt Ulric (Sean Bean) und seine Gefährten, die sich durch das verwüstete Land kämpfen. Der junge Mönch Osmund (Eddie Redmayne) führt sie zu dem Dorf, in der Hoffnung dort seine geheime Liebe, Averill (Kimberley Nixon) zu finden.

Als Ulric auf die verführerische Langiva trifft und als mehr und mehr klar zu werden scheint, warum die Pest das Dorf verschont, müssen sich die Kirchenritter entscheiden....

 
         
 

Ulric (description from www.blackdeathmovie.com - EFi/29.04.10)

Special Envoy to the Bishop. Ulric has a fearsome reputation, known for his absolute, unswerving dedication to Church and God. Here is a man who will stop at nothing to achieve any mission he is given. The more difficult, dangerous tasks are his stock in trade, Ulric is a Church trouble shooter. He is no henchman though, he is man of honour renowned for keeping his word and for his ability to handle even the most difficult of situations. His wife and baby son perished during childbirth, a tragedy which was to be the turning point in his life. Until that point Ulric had been a Captain in King Edward’s army, after that he devoted himself to serving God. He firmly believes in the afterlife, and that he continues to protect his wife and child by doing God’s work. Ulric is educated and clever, he remains slightly aloof from the men, not through arrogance but because he knows that is expected from a leader. Genuinely believes that witches and demons roam the earth.

   
   

Ulric (Beschreibung von www.blackdeathmovie.com - Übersetzung by EFi/29.04.10)

Sonderbotschafter des Bischofs. Ulric hat einen furchteinflößenden Ruf, ist bekannt für seine absolute und unerschütterliche Hingabe für Kirche und Gott. Hier ist ein Mann, den nichts davon abhalten kann, jeden Auftrag, den er erhalten hat, zu erfüllen. Die schwierigen, gefährlichen Aufgaben sind seine Spezialität; Ulric ist der Problemlöser der Kirche. Aber er ist kein Handlanger, er ist ein Mann der Ehre, bekannt dafür sein Wort zu halten und für seine Fähigkeit auch die schwierigsten Situationen zu bewältigen. Seine Frau und sein Sohn sind im Kindbett gestorben, eine Tragödie, die sein Leben veränderte. Bis dahin war Ulric Hauptmann in der Armee von König Edward, danach widmete er sein Leben Gott. Er glaubt fest an ein Leben nach dem Tod, und daß er das Leben seine Frau und seines Sohnes weiterhin schützt indem er Gottes Werk tut. Ulric ist gebildet und intelligent, er steht etwas abseits der anderen Männer, nicht durch Arroganz, sondern weil er weiß, was von einem Führer erwartet wird.  Er glaubt wirklich, daß Hexen und Dämonen über die Erde streifen.

 
           
  Cast / Darsteller      
 
Ulric
Langiva
Osmund
Averill
Dalywag
Mold
Griff
Ivo
Swire
Wolfstan
The Abbot/Der Abt
Sean Bean
Carice van Houten
Eddie Redmayne
Kimberley Nixon
Andy Nyman
Johnny Harris
Jamie Ballard
Tygo Gernandt
Emun Elliott
John Lynch
David Warner
   
           
  Crew        
Director/Regisseur
Script/Drehbuch
DoP/Kamera
Production Design/Szenenbild
Christopher Smith
Dario Poloni
Sebastian Edschmid
John Frankish
   
           
  Production / Produktion      
  Egoli Tossell Film AG, Deutschland - Jens Meurer
Ecosse Films, UK - Robert Bernstein
Zephyr Films, UK - Phil Robertson
www.egolitossell.com
www.ecossefilms.com
www.zephyrfilms.co.uk
 
           
  German Film Funding/Filmförderung      
  MDM Mitteldeutsche Medienförderung,
MBB Medienboard Berlin-Brandenburg: 250 000 EUR
DFFF Deutscher Filmförderfonds: 1 005 015 EUR
   
           
  Distributor - Sales / Verleih - Vertrieb      
  Deutscher Verleih Wild Bunch / Central www.centralfilm.de
  World Sales Hanway Films www.hanwayfilms.com  
           
           
           
           
           
           
 

Der Film führt uns und die Ritter durch ein elendigliches, halb verlassenes Land in dem sich die gewohnte Ordnung aufgelöst hat. Die Farben sind düster, es ist feucht und neblig, die Not ist für den Zuschauer greifbar. Die Pest bringt Tod und Verderben ohne Ansehen der Person, aber wer ist schuld? Der Film zeigt, wie die Menschen versuchen, darauf eine Antwort zu finden. Es ist die Frage nach dem Sinn. Wir brauchen Schuldige, das braucht der Mensch, sonst überlebt er nicht.

Die Schuldigen scheinen offenbar in diesem abgeschiedenen Dorf zu leben. Aber was heißt hier Schuld? Die Kirche erklärt die Pest als gottgewollte Heimsuchung die alle wahren Gläubigen trifft. Denn es kann ja nach der Logik der Kirche nur so sein, daß die Menschen nicht gottgefällig genug gelebt haben. Und die Pest ist nun die Strafe dafür, und die müssen alle wahren Gläubigen auf sich nehmen.

Wenn also ein ganzes Dorf davon verschont geblieben ist, dann müssen dessen Bewohner wohl vom wahren Glauben abgefallen sein. Das Gerücht der Wiedergänger macht die Sache nicht einfacher.

 
 

Um der Angelegenheit auf den Grund zu gehen werden nicht nur die Ritter ausgeschickt sondern auch ein Wagen mit Instrumenten zur Glaubensbefragung. Ordnung muß sein.

Die Ritter erreichen den Rand des Moores an dem das Dorf liegt - und plötzlich wechselt die Stimmung - alles wird hell und licht. Die abgekämpften Männer in ihren verschmutzten Rüstungen erscheinen jetzt wie Fremdkörper in der Landschaft. Sie werden von den Bewohnern freundlich empfangen und verbergen daher zunächst ihre wahren Absichten.

Die friedliche Atmosphäre und die Reize der jungen Dorfschönheiten lassen die Wachsamkeit der Kämpfer erschlaffen. Ein Bad im Dorfweiher ist überfällig und passenderweise tritt nun auch Langiva, die schöne Führerin der Dorfgemeinschaft, in den Sonnenschein. Sie nimmt sich des verwundeten Novizen an und verwirrt ihn mit Kenntnissen nicht nur der Heilkunde sondern auch über seine verlorene heimliche Liebe.

       
       
 

Besuch von weither ist immer Grund für ein großes Fest, doch die Auswirkungen der Völlerei sind überraschend. Nur Osmund wird daran gehindert, sich am Gelage zu beteiligen. Stattdessen lockt Langiva ihn in den nächtlichen Wald. Das Ritual der Frauen, dessen heimlicher Zeuge er wird, scheint die Befürchtungen seines Bischofs wegen der Wiedergänger zu bestätigen. Völlig aus der Fassung gebracht flieht er zurück ins Dorf. Am nächsten Morgen wird die wahre Natur der Dorfbewohner offenbar. Langiva stellt Osmund vor die Wahl. Wird er sich für den wahren Glauben oder für seine wahre Liebe entscheiden?

 

 

Zwischen Langiva und den Rittern entwickelt sich währenddessen ein verbaler Disput, dessen Ausgang bis zum Schluß spannend bleibt.

Eigentlich hätten wir nun erwartet, daß als Höhepunkt - denn der ganze Film hat eigentlich darauf hin geführt - zwischen Ulric und Langiva das entscheidende Wortgefecht über den Glauben stattfindet. Beide sind offensichtlich starke, hochgebildete Persönlichkeiten, die ihren Standpunkt und ihre Ansichten gut mit Worten vertreten können und selten einen ihnen angemessenen Gesprächspartner finden. Dieses Potential der geistigen Konfrontation ist leider verschenkt worden.

       
 

Stattdessen entsteht eine seltsame irgendwie blutleere Lücke in der Handlung. Das ist offenbar auch Regisseur Smith aufgefallen. Denn nun läßt er das Blut in Strömen fließen.

Als sich die Kampfeswogen wieder geglättet haben und das Blut versickert ist macht nun der Dorfvorsteher Bekanntschaft mit dem Glaubenswagen und der Bischof bekommt endlich sein langersehntes Glaubensopfer.

Doch auch hier ist noch nicht Schluß. Das folgende lange Ende beeinträchtigt den starken Eindruck der letzten Szenen im Dorf und läßt den Zuschauer wünschen, daß Ulric das letzte Wort gehabt hätte.

 

           
 

Unser vorletztes Wort - zur Leistung der Schauspieler: Eddie Redmayne als Osmund bringt sehr glaubwürdig die Verlorenheit und Zerrissenheit des unschuldigen jungen Novizen auf die Leinwand. Im Zusammenspiel mit den erfahrenen Schauspielern in der ersten Hälfte des Filmes folgen wir seiner Figur auch emotional. Als er dann in der zweiten Film-Hälfte im wahrsten Sinne des Wortes alleine gelassen wird, wäre der Regisseur gefordert gewesen ihn an die Hand zu nehmen und durch die Szenen zu führen. Hier wirkt er verloren. Ganz anders dagegen die beiden Hauptdarsteller Carice van Houten und Sean Bean. Bei ihnen merkt man die langjährige Erfahrung, mit der sie Schwachstellen des Drehbuches überspielen können ohne uns jemals aus der Spannung zu entlassen! Sean Bean und Ulric machen ihren Job und sie machen ihn sehr gut. Düster, schmutzig, abgekämpft, wortkarg ist Sean Beans Ulric das eigentliche Zentrum des Films ohne die anderen Darsteller zu überspielen. Einmal mehr zeigt sich Herrn Beans Fähigkeit, im Zusammenspiel mit anderen auf das große Ganze hin zu arbeiten. Eher nimmt er sich zurück, als eine Szene zu gefährden und wirkt dadurch desto mehr.

           
           
 

Evi: Mir hat der Film gefallen. Vor allem die Farben, die Lichtsetzung und die Kameraführung. Auch die Kostüme entsprechen der damaligen Zeit mit ihrem Kontrast zwischen Seuche und frischer Luft. Aber der Einsatz des Make-ups von Langiva, das besser in einen Stummfilm der 20er Jahre gepaßt hätte, schrie zu laut: "Ich bin die Böse". Außerdem hätte mir der Schluß des Original-Drehbuchs, in dem Ulric als einer der Vier Reiter der Apokalypse schwertschwingend in den Sonnenuntergang reitet, äußerst gut gefallen.

 

   
   

Renate: Ich war ganz schön beeindruckt von diesem als Horror-Fantasy-Mittelalter-Streifen angekündigten Film. Er spielt intelligent mit Fragen zu Glauben, Schuld und Sühne und verzichtet auf vordergründigen Horror. Das tatsächlich Erschreckende liegt in den Personen selbst und nicht in den Special Effects. Das ist einer der wenigen Filme ist, wo ich "mehr" gewollt hätte: Mehr Auseinandersetzung zwischen den beiden Hauptfiguren, die hervorragend von Carice van Houten und Sean Bean dargestellt werden. Mehr Szenen wie die, wo die Ritter über das Land ziehen und mit den verstörten Menschen konfrontiert werden. Gut, das hätte den Film wohl zu lang gemacht. (Vielleicht etwas fürs Bonusmaterial der DVD?)

 

 

 

 

 

 

 

 
   
   
   
   
 

Evi & Renate: Unser Fazit - Endlich mal ein Film, der die üblichen Wege verläßt und sich keiner Kategorie zuordnen läßt. Doch der Regisseur hätte durchaus mehr Vertrauen in seine Darsteller und ihren Umgang mit dem Drehbuch setzen können. Aber das war natürlich das erste Drehbuch, das er nicht selbst verfaßt hatte. Wir freuen uns schon auf weitere Filme von ihm.

Würden wir Punkte vergeben, dann bekäme Black Death 4 von 5 möglichen.

P.S.: Eine Frage zum Schluß: Wo blieb eigentlich das Giggerl??

 

Und nun unser (wirklich) letztes Wort: Ende...

           
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update 19. September .2010 +++ Seite erstellt rg & EFi am 10. August 2010