Evi war beim Britspotting Festival!!Und hier ist ihr toller Bericht - Danke :-)

Eine Freundin fand die Information über die erste öffentliche Vorführung von Far North in Deutschland, in Berlin am 12. April 2008, auf Michelle Yeoh Web Theatre, und hat sie dankenswerterweise verbreitet.

 

“It’s a peculiar and disturbing triangle that has to be resolved one way or another,” says Bean. “But my character is not irredeemably bad.”
Sean Bean, in einem Interview, 2007

Zitat
Quelle:

Interview by James Christopher, "A bit of rough and tumble", The Times, 25. Oktober 2007
I Fundort: Internet: timesonline.co.uk - rg/24. April 2008


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Far North

ab 12. Februar 2009 auf DVD hier Gewinnspiel

am 12. April 2008 im Kino
anläßlich des Britspotting Festivals in Berlin.

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

Ich hatte die Londoner, die schon letztes Jahr einige Möglichkeiten hatten den Film auf verschiedenen Festivals zu sehen, und über den Film und auch über seinen freundlichen und auskunftsfreudigen Regisseur Asif Kapadia begeistert waren, die ganze Zeit beneidet. Endlich kam meine Chance ...  
So, einige Emails und eine Woche später waren eine Freundin (die ungenannt bleiben möchte) und ich auf dem Weg nach Berlin zum Britspotting Festival in den Hack'schen Höfen. Kaum angekommen, mussten wir feststellen, dass es außer ein paar Plakaten im Eingangsbereich der Höfe keine Werbung gab. Nichts auf Plakatwänden, Litfaßsäulen, oder bei der nahe gelegenen S-Bahn Station. Wie wir später von unseren Berliner Freunden erfuhren, hätten sie, wenn es nicht auf der Bean-Land.de Seite gestanden wäre, nichts von dem Festival (das es seit 9 Jahren gibt), oder gar dem lang erwarteten Film erfahren.

 

Das Kino befindet sich im 5. Stock eines wunderbar renovierten Jugendstilgebäudekomplexes in einer angesagten touristischen Gegend, und hat eine loungeartige Lobby, in der zwei der Festivalsponsoren kostenlose englische Teebeutel und kostenloses irisches Bier anboten. Das Festival zeigt unabhängige englische und irische Filme, die noch keinen deutschen Verleih gefunden haben.

Wir waren etwas zu früh dran, so dass während wir auf die anderen Bean-Fans warteten, ich das Programmheft durchblätterte und wir so zu unserer Freude erfuhren, dass der Regisseur von Far North anwesend sein und nach dem Film für eine Frage- & Antwort-Stunde bleiben würde.

Meine Gehirnzellen verabschiedeten sich sofort vom Funktionieren; wo bleiben die intelligenten Fragen, wenn sie wirklich benötigt werden?

Sylvia und Julia trafen ein, wir redeten alle durcheinander und waren begeistert uns endlich in Person zu sehen. Es ist halt doch etwas anderes, als nur Emails auszutauschen. Und dann warteten wir ungeduldig, dass sich endlich die Türen auftun würden, da es schon nach der eigentlichen Startzeit des Films war. Aber es wurde uns mitgeteilt, dass die Frage- & Antwort-Stunde des gerade gelaufenen Films noch andauern würde. Endlich ließen sie uns ein, ungefähr 300 Sitze, aber kaum 100 Besucher, und ein Baby.

Die Moderatorin der Veranstaltung erklärte, dass das Festival das 'Centerpiece Screening' dieses Jahr zum ersten Mal veranstalten würde, um jungen aufstrebenden Regisseuren eine Chance zu geben, ihre Werke zu zeigen. Und damit stellte sie Asif Kapadia vor.

Asif: "Hallo. Wir drehten Far North in Norwegen, und die meiste Zeit lebten wir alle zusammen auf diesem Schiff, und es war nicht immer einfach. Aber mehr darüber dann nach dem Film. Also viel Vergnügen!"

Und damit gingen die Lichter aus ...

 

Der Film: Für diejenigen, die ihn bereits gesehen haben, oder Sarah Maitland's Kurzgeschichte mit dem Titel "True North" kennen, auf der der Film basiert, muss ich die Geschichte nicht beschreiben; und für die bei denen es nicht so ist, werde ich ihn nicht völlig beschreiben, denn ich will nicht diejenige sein, die alles verrät, oder die Neugier vollständig befriedigt.

Es beginnt mit einer weiten blauen kalten Landschaft, Schnee und dicken Eisschollen die im fast gefrorenen Wasser treiben, danach folgen Eindrücke von verlassenen Bergbauminen, alten Strommasten, und weißen kugelartigen Gebilden von unbekannter Nutzung. Die Geschichte könnte in jeder Zeit spielen, oder in keiner bestimmten. Der Film endet mit derselben weiten blauen kalten Landschaft, nur dass die Wasseroberfläche nun gefroren ist.

Ich hatte das unbestimmte Gefühl, dass es während des Films Musikuntermalung gab, aber sie ist so geschickt in die Handlung eingebaut, dass ich sie nicht wirklich wahrnahm. Der Film hat kaum Dialog, deswegen muss er nicht synchronisiert oder untertitelt werden; seine Kraft kommt aus den Bildern, nicht den Worten. Er ist ein gutes Beispiel dafür, warum Filme früher auch 'Bewegte Bilder' hießen. Er ist schlecht geeignet für den kleinen Bildschirm, er braucht eine große Leinwand, je größer desto besser!

Obwohl die Bilder überwältigend sind, verliert der Regisseur doch nie seine Protagonisten oder ihre Geschichte oder Schicksale aus den Augen, oder urteilt über ihre Handlungen. Sie tun was sie tun müssen, und tun es um zu überleben.

Wer den Film anschaut, um viel von Sean Beans aufregender Stimme zu hören, wird enttäuscht werden. Michelle Yeoh hat den meisten Text, und nicht mal sie spricht viel.

Wer Sean unbekleidet in Großaufnahme über Eis und Schnee rennen sehen möchte, wird ebenso enttäuscht werden. Er wird nur aus der Ferne gezeigt, und die kurze Szene im Zelt ist so geschickt ausgeleuchtet, dass auch da nichts zu sehen ist.

Wer Stunt- und Actionszenen sehen möchte, für die Michelle Yeoh bekannt ist, wird auch enttäuscht werden. Sie beweist anstatt dessen, dass sie zu feinen Nuancen in der Darstellung ihrer Figuren fähig ist.

 

Wer einen Film über die menschliche Natur sehen will, mit großartiger Kameraführung und großartigen Schauspielern - der ist jedoch am richtigen Platz!
Die schauspielerischen Leistungen sind makellos obwohl die Schauspieler gegen die grandiose Natur anspielen müssen, und die Kameraarbeit ist preiswürdig. Wenn Sie die Chance bekommen sollten, den Film zu sehen - greifen Sie zu!

Für den Fall, dass Sie es noch nicht gemerkt haben sollten: Ich finde den Film toll. Und in diesem Fall bin ich parteiisch, nicht nur weil ich Fan von Sean Bean bin - vor allem bin ich Fan von guten Filmen.

Die Lichter gingen wieder an, aber wir Vier waren noch viel zu überwältigt, um Fragen zu stellen. So haben wir nur zugehört, gelernt und gestaunt.

   

Saiva - eine Hindu-Gottheit

Anja - 'anmutig'; außer der russischen Version des Namens Anna ist es auch das Sanskrit-Wort für 'unerschöpflich'

Loki - in der norwegischen Mythologie ist er ein Gott oder Gigant, aber ein Bösewicht in der isländischen Edda

 

 

 

Asif, ein schweigender Freund von ihm, zwei weitere Männer (einer davon ein Bekannter von Tim Miller, dem anderen Drehbuchautoren), wir Vier und eine weitere Frau saßen nach den Fragen im Kinosaal noch im Foyer zusammen und unterhielten uns weiter über den Film.

Neu - 15. Mai 2008/rg ...Und schließlich ist es passiert :-) Die hilfreichen Ladies von "Britspotting" haben das "Interview" an Asif Kapadia weitergeleitet, der so nett war, alles durchzusehen, und mit seinem "Okay" können wir nun weitermachen, und ich gebe ...

zurück an Evi: :-)

So, ohne weitere Vorrede (aber behalten Sie im Hinterkopf, dass meine Schamgrenze manchmal hoch ist):

Versetzen Sie sich also zurück nach Berlin am 12. April 2008, in ein Kino in den Hack'schen Höfen, wo gerade die erste deutsche Vorstellung von Asif Kapadias Film „Far North" im Rahmen des Britspotting Filmfestivals zu Ende gegangen war...

Eine letzte Warnung: Im Folgenden sind Spoiler!!!

Hier geht's zum Gespräch mit Asif Kapadia !!
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update 15. Mai 2008 + + + by Evi/24. April 2008

 

  Die offizielle Film-Site (englisch): www.farnorththefilm.com/
Jede Menge Informationen hier (auf englisch): www.michelleyeoh.info
Bildherkunft: Alle Bilder: Offizielle PR-fotos, Fundort: www.michelleyeoh.info
 
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update 9. Februar 2009 + + + upload: rg/24. April 2008