"...In meiner Filmrolle denke ich über Kyle, dass sie vermutlich vor Schmerz verrückt geworden ist. Sie hat ihren Mann verloren und hat wahrscheinlich auch ihre Tochter verloren und kann dies einfach nicht akzeptieren. Er geht so weit wie er kann, um sie zu verstehen und einfühlsam zu reagieren. Aber er ist auch Pilot und als dieser trägt er die Verantwortung für sein Flugzeug... "
Sean Bean, in einem Interview, Cinema, 2005

Zitat
Quelle

www.cinema.de, News und Specials, 2005, deutsche Textübersetzung, Fundort: Internet www.cinema.de, - rg/20. Februar 2006

 

 

 

 

 

 

Flightplan - Ohne jede Spur

im Deutschen Fernsehen
am Mi., 26. März 2014 / 20:15 h ++ Kabel 1
Wiederholung 27.03.2014 um 00:15 h Kabel 1

ab 20. Oktober 2005 in unseren Kinos.

ab 16. März 2006 auf DVD erhältlich

im Deutschen und Österreichischen Fernsehen
am So., 19. Oktober 2008 / 20:15 h ++ Pro 7 und ORF 1
Wiederholung 19./20.10.2008 um 01:10 h ORF 1 ++ 02:15 h Pro7

 

Flightplan ist ein Jodie-Foster-Film, dessen Außenaufnahmen teilweise in Berlin und Leipzig gedreht wurden. Hauptsächlich spielt der Film jedoch in einem Riesen-Flugzeug.

Jodie Fosters Filmfigur, Kyle Pratt, hat als Ingenieurin in Berlin an dem Flugzeug mitgearbeitet. Durch einen tragischen Unfall ist ihr Mann vor wenigen Tagen gestorben und sie hat nun die traumatische Aufgabe, seinen Leichnam mit nach Hause, nach Amerika, zu nehmen. Sie und Ihre kleine Tochter sind von Schmerz gezeichnet. Als sie an Bord gehen, sind sie noch ganz allein. Erst allmählich kommen auch die anderen Passagiere an Bord. Kyles Töchterchen bleibt auf ihrem Platz, versteckt hinter der Mama scheint sich sich am wohlsten zu fühlen. Beide schlafen schließlich ein. Als Kyle wieder aufwacht, ist ihre Tochter nicht mehr auf Ihrem Platz...

 

...und natürlich glaubt Kyle erst einmal, wie das wohl jede Mutter annehmen würde, die Kleine ist zur Toilette gegangen oder ihr war einfach langweilig und sie streift umher.

Kyle wandert durch die langen Gänge des riesigen Flugzeugs, und als ihre Tochter nirgendwo zu sehen ist, beginnt sie, andere Passagiere nach dem kleinen Mädchen zu fragen.

Irritierenderweise hat jedoch niemand etwas von ihrer Tochter gehört oder gesehen.

Zunehmend gereizt beginnt Kyle, Druck zu machen. Sie fordert das Personal auf, ihr zu helfen und reagiert immer aggressiver auf die teils fürsorglichen, teils gelangweilten Reaktionen der Flugbegleiter.

Das sie schließlich förmlich ausrastet, als auch noch an ihrer Zurechnungsfähigkeit gezweifelt wird - niemand außer ihr hat das Mädchen zu Gesicht bekommen, macht sie nicht gerade glaubwürdiger. Schließlich wird der Captain als oberste Instanz des Flugzeugs eingeschaltet.

Sean Bean spielt diesen Chefpiloten, in smarter Uniform und ordentlichem Haarschnitt, mit genau der richtigen Mischung aus Mitgefühl - er hat selbst Kinder - und Verantwortung - als Captain ist er für alle Passagiere und die Crew verantwortlich. Sollte mir mal ein Malheur wie ein verlegtes Familienmitglied passieren, würde ich NUR Herrn Bean als Captain akzeptieren! :-)

"Die Insel" und "Flightplan" kamen kurz hintereinander in unsere Kinos. In beiden Filmen spielt Sean Bean kühle Männer in verantwortungsvollen Positionen. Selbst das Äußere gleicht sich: in "Die Insel" streng geschnittener Anzug und kurzes, straff zurückgekämmtes Haar, hier in Flightplan strenge Fliegeruniform, sorgfältig geschnittenes und gekämmtes kurzes Haar.

Auch die Positionen beider Männer ähneln sich: Dr. Merrick in der "Insel" will seinen Patienten helfen und sieht dabei das Klonen als notwendiges Übel an. Er hält kühle Distanz zu seiner Umgebung. Der Captain in Flightplan muß schon aufgrund seiner Stellung ebenfalls kühl und distanziert sein können. Und doch, welch ein Unterschied: Wo Dr. Merrick von kaltem Interesse an seinen Mitmenschen ist und notfalls völlig skrupellos handelt, wo es um die Erreichung seines Zieles geht, ist Captain Rich, bei aller Zurückhaltung, ehrlich um das Wohl seiner Mitmenschen besorgt. Und wie es immer bei Sean Bean ist: Locker nehmen wir ihm beide Darstellungen ohne Vorbehalte ab. Vieles spielt sich dabei in seinem Gesicht und dem Ausdruck seiner Augen ab. Kleinste Nuancen lassen sich hier ablesen schaffen im Handumdrehen zwei ähnliche und doch ganz verschiedene Charaktere.

Als Kyle auch die Bordkarte ihres Kindes nicht finden kann, und zugeben muß, dass sie starke Beruhigungsmittel nimmt, beginnt sie schließlich selbst zu glauben, dass ihre Tochter nie an Bord gegangen ist.

Wir als Zuschauer sind natürlich skeptischer, aber als Captain Rich über Funk anfragen läßt, erhält er eine so schockierende Antwort, dass auch wir allmählich an Kyles Wahnvorstellungen glauben.

Danach zerflattert der Film und rutscht rein storymäßig in ziemlich unglaubwürdige Tiefen, doch Jodie Foster ist eine so starke Darstellerin, dass man ihr selbst hier hindurch folgt.

 

Es macht Spaß, Bean und Foster zuzusehen, die Szenen die sie zusammen haben, sind die stärksten des Filmes. Schade nur, dass Beans Part nicht größer ist. Sollte Frau Foster jedoch mal einen starken gleichwertigen Partner in einer größeren Rolle brauchen, weiß sie ja jetzt, wo sie gucken muß :-)


Deutsche Website: www.flight-plan.de. Mehr Infos wie immer bei Winona Kents Website (in englisch) www.compleatseanbean.com/flightplan.html

Bildherkunft: Hintergrundbild und Bild 1: offizielle Download-Bilder
update 20. Februar 2006 +++ upload rg/09. April 2005
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