"The part of Jimmy Muir is closer to myself than other parts, obviously, but to me, it's the sort of thing I know I've got to make a good job of because it's where I'm from, there's more pressure to get it right."
Sean Bean, in einem Zeitungsinterview

Zitat
Quelle

"The Weekly News", 3. Februar 1996, Fundort: www.compleatseanbean.com -- rg/07. März 2005

 

 

Immer wieder samstags

ab 27. Dezember 2004 als DVD (nur deutsche Tonspur!) erhältlich

ab 30. Juni 2003 als englische DVD (nur englische Tonspur) erhältlich

 

Immer wieder samstags, oder "when Saturday comes", ist für die Jungs aus dem Arbeiterviertel auf dem örtlichen Kickplatz Fußball angesagt.

Wenn das Spiel vorbei ist, geht die ganze Clique ins Vereinslokal, und bei einer Runde Bier wird nochmal das Spiel durchgehechelt, oder am Fernseher mitverfolgt, wie der örtliche Bundesligaclub spielt oder gespielt hat.

Das könnte genausogut irgendwo in Deutschland sein, doch hier sind wir in der nordenglischen Industriestadt Sheffield, die Leute wohnen in den typischen, gleichförmigen Backstein-Reihenhäusern, die Autos fahren links, das Bier wird in "Pints" ausgeschenkt und die Leute reden (im Original) in ihrem sheffieldischen Dialekt.

Jimmy Muir (Sean Bean) arbeitet seit seinem Schulabgang in der Brauerei, er ist Mitte 20, wohnt noch daheim bei seinen Eltern und teilt sich immer noch mit seinem kleinen Bruder ein Zimmer. Überall liegen und hängen Fußball-Memoriabilia, und es ist klar: Fußball beherrscht das Leben der Jungs - er ist der Lichtblick im tristen Alltagstrott, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.

Auch als Jimmy die hübsche Annie kennenlernt geht er zwar gern mit ihr aus, aber wirklich ändern wird sich sein Leben auch durch sie nicht.

Doch für Jimmy, der vom örtlichen Talent-Scout beim Spiel beobachtet wurde, ergibt sich unerwartet eine Chance: Ken (Pete Postlewhaite) ist von seinem Spiel so angetan, dass er ein Vorspielen für ihn bei Sheffield United arrangiert.

Sean Bean spielt den Jimmy so, als ob wir ihn schon unser ganzes Leben lang kennen - er ist der Nachbarjunge von nebenan, in der Schule nicht gerade eine große Leuchte, keine großen Aussichten, keine großen Ambitionen... Und tatsächlich ist Sean Bean dieser Nachbarjunge: Sheffield ist seine Heimatstadt, hier ist er aufgewachsen und, wie die meisten Nachbarjungen, spielte er in seiner Freizeit Fußball und wollte Profi bei Sheffield United zu werden.

Na, daraus wurde nichts, aber als echter Yorkshirer hält Sean Bean seinem Heimatclub bis heute die Treue und war sogar zeitweise einer der Direktoren. Und dieser Film war - ganz klar - für ihn die Chance, doch einmal im rotweiß gestreiften Trikot im Stadion an der Bramall Lane den weißen Ball über den grünen Rasen zu kicken ...

Natürlich verhaut Jimmy erstmal seine große Chance - zu sehr lockt die Gemeinschaft mit den Freunden, die Saufgelage, das lockere Leben, zu leichtfertig verläßt er sich auf sein fußballerisches Talent.

Beim Probe-Training trifft er keinen Ball und versagt kläglich.

Und dann kommt es ganz dicke - Jimmy verliert seine Arbeit, seine Freundin verläßt ihn und schließlich stirbt sein geliebter kleiner Bruder bei einem Minenunglück.

Und nun endlich begreift er, daß Chancen einem nicht geschenkt werden sondern erarbeitet werden müssen. Jimmy zieht endlich von zu Hause aus, fängt an, ernsthaft zu trainieren und er bekommt seine zweite Chance.

Noch einmal darf er zum Vorspielen, und brilliert, und auch Annie, um die er sich nun ernsthaft bemüht hat, findet wieder zu ihm.

Der Höhepunkt ist ein spannendes Match von Sheffield United gegen ManU, und wer schießt dann wohl das alles entscheidende Tor? Tja, das wird hier nicht verraten, denn dazu gibts ja den Film :-)

"When Saturday Comes" ist nicht gerade das, was man einen "großen" Film nennt, ein bischen zu sehr bedient er allgemeine Klischées - wirklich keines wurde ausgelassen, bis hin zur ungewollt schwangeren Freundin. Und das es in den Neunzigern für einen Sheffielder Arbeiterjungen keine andere Möglichkeit geben soll, als Bergwerk oder Fabrik - also Entschuldigung, das hat Sean Bean durch seinen eigenen Werdegang schon lange vorher höchstselbst widerlegt.

Trotzdem ist der Film sehr sehenswert, insbesondere, wenn er ins Detail geht. Wenn man nicht aufpaßt, vergißt man bei manchen Szenen glatt, daß man jetzt nicht bei einer ganz normalen Sheffielder Familie zu Hause ist. Diesen Eindruck erhöht in der englischen Originalfassung noch der heimische Dialekt, man versteht so zwar oft nicht das gesprochene Wort, aber da kommen einen dann paradoxerweise die Klischées zuhilfe, die man ja sowieso versteht, egal in welcher Sprache!

Originaltitel When Saturday Comes
Bildherkünfte Beide Vorlagen sind Screencaps von www.full-of-beans.net, dort gibts noch viele weitere Bilder!
rg/07. März 2005
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