Stormy Monday

Achtung Wiederholung!
im Deutschen Fernsehen
Samstagabend, 19. Dezember 2009/22.40 h - ZDF.NEO
nachts 27. auf 28. Dezember 2009/00:50 h - 3SAT

seit 2001 auf DVD erhältlich.

im Deutschen Fernsehen
nachts 28. auf 29. November 2009/02.55 h - ZDF
nachts 10. auf 11. Oktober 2008/01.00 h - ZDF
abends 12. März 2007/22.00 h - Tele-5
abends 12. November 2006/22.00 h - Tele-5
abends 18. Juli 2006/23.15 h - BR
abends 07. April 2006/22.05 - Tele 5

nachts 22. auf 23. Mai 2005/01.10 - ZDF
nachts 17. auf 18. Dezember 2004/01.50 - ZDF
abends 1. April 2004/22.25 h - 3SAT
nachts 22. auf 23. Januar 2004/01.05 h - ZDF

 

 

 

Stormy Monday wurde 1987 gedreht und kam 1988 in die britischen Kinos. Bei uns dürfte er dann wohl 1989 oder 1990 gelaufen sein.

 

 

 

Ich bin in den Film gegangen, da er: a) britisch, b) jazzig und c) mit Sting war.

Herausgegangen bin ich dann schwer beeindruckt von einem blonden Jungen, der jede Szene zu beherrschen schien, in der er war, obwohl er gleichzeitig absolut zurückhaltend 'rüberkam.

Sting hat sich wacker geschlagen, Tommy Lee Jones war Tommy Lee Jones und beide waren genauso cool wie der Jazz, der gespielt wurde.

Melanie Griffith hat merkwürdigerweise fast genauso zurückhaltend auf mich gewirkt, wie der blonde junge Mann in Jeans.

Wie hieß der wohl? Tapfer blieb ich während des Abspanns sitzen, und habe irgendwann "Sean Bean, Sean Bean, Sean Bean" gemurmelt. Den Namen wollte ich mir merken.

Es hat dann einige Zeit gedauert, bis er mir wieder untergekommen ist: Das war ca. 4 oder 5 Jahre später in "Die Stunde der Patrioten" und ich HABE mich wieder erinnert an ...Sean Bean, Sean Bean, Sean Bean!

Stormy Monday ist, so verrückt das klingt, eine jener bleibenden Erinnerungen, die man nie wieder los wird.

Woran das liegt? Keine Ahnung!

 

Jedesmal erinnere ich Stormy Monday in Sequenzen. Bildfolgen, die auftauchen und wieder verschwinden. Wir sind in Newcastle und die Stadt hat den Blues. Nichts besonderes passiert, wenn es losgeht, und doch kann man von der ersten Einstellung an sicher sein, in keinem Hollywood-Film zu sitzen. So selbstverständlich bewegt sich die Kamera durch eine heruntergekommene Stadt, ohne Pathos, sachlich, und doch paradoxerweise poetisch, dass es sich wirklich nur um einen britischen Film handeln kann.

 

Auch Brendan, der schmale Junge mit dem kurzgeschnittenen blonden Haar, die Hände in den Taschen seiner verwaschenen Jeans vergraben, die Schultern in der kurzen Lederjacke leicht hochgezogen, wandert die Straßen entlang auf eine Art und Weise, die einfach nur englisch ist.

Es ist "amerikanische Woche" in Newcastle, und die Zeit scheint stillzustehen. Melanie Griffith macht merkwürdige Telefonate, geht einkaufen und trifft mit Brendan im wahrsten Sinne des Wortes zusammen: Die beiden gehen zu Boden, kaum ein Wort wird gewechselt, man steht wieder auf und geht seiner Wege. Bewundernder Blick von Brendan.

Brendan geht in den Key-Club, und bekommt den Job als Putzhilfe, weil er Jazzfan ist. Sting telefoniert.

Es wird dann noch passieren: Tommy Lee Jones, der undurchsichtige laute Texaner, der mit Immobilienaufkäufen Geld machen will und auf Sting, den widerspenstigen einheimischen Barbesitzer trifft, der nicht verkaufen will.

Eine polnische Jazzband taucht auf. Sie wird spielen und wieder verschwinden.

Brendan geht essen und trifft auf Melanie als Kellnerin. Gespräche werden mitgehört, Verabredungen getroffen.

Zwei Gangster verbrennen ein Bild von Stings Familie und müßen dann selber Bekanntschaft mit ihren eigenen Brutalo-Methoden machen.

Eine lange Autofahrt im Regen, ein brutaler Kampf, klatschnaß werden die Gestalten und es geht mir entschieden nah, wenn Melanie zusammengeschlagen wird von Tommy Lee Jones amerikanischen Handlangern und der ebenfalls halb tote Brendan die Waffe holt, die zufällig im Wagen ist...

 

 
 

Tommy Lee Jones und Sting treffen sich auf der geschwungenen Eisenbrücke über den Tyne im Morgengrauen. Ihr Gespräch ist Jazz pur. Der Rythmus geht ins Blut und Sting hat ihn einfach besser drauf. 2: 0 für England steht es nach diesem Treffen und Amerika wird von nun an immer verbissener versuchen aufzuholen.

Melanie und Sean im Hotelzimmer: Wann jemals hat man das gesehen? Er, an die Wand gelehnt, eine sprachlose Jammergestalt. Sie, mit blaugeschlagenem Gesicht, läßt das Wasser in die Badewanne laufen, in der dann Brendan liegen wird. Sie wischt ihm das Gesicht ab.

Später explodiert das Auto von Brendan und wir könnten zusammen mit den beiden, die noch einmal davon kommen, fast am Leben verzweifeln.

Doch es ist ein englischer Film. Am Ende wird es einen unaufgeregten Deal geben, und der Jazz, der beides ist: Blues und Swing, hat gewonnen.

There was once a film ...timeless and wonderful... moody and dirty and cool...and it is called...

Stormy Monday

Besondere Empfehlung: www.andywestlocations.co.uk Fotos der Film-Locations damals und heute! Mit interessanten Kommentaren des Machers.

Wie immer umfangreiche Infos bei Winona Kent auf ihrer Website (in englisch): www.compleatseanbean.com/stormy.html

Bildherkünfte: Hintergrundbild und Bild rechts: Screen-Captures, Fundort: www.full-of-beans.net - "Stormy Monday" - mit Dank an die Webmistress. Hier gibt es jede Menge weitere Bilder
rg/16. Januar 2004
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