Harper: "I had an uncle who thought the Faeries were after him.
Sharpe: What happened to him?
Harper: Well, sir, they took him away. "

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Zitat

 

 

Quelle:
 

"SHARPES Gold" - Film, 1994-- rg/20. Februar 2006

 

 

 

 

 

 

 

Sharpes Gold

Die Scharfschützen - Blutiges Gold

Richard Sharpe, Major - Sean Bean
Patrick Harper, Sergeant - Daragh O'Malley
Rifleman Harris - Jason Salkey
Rifleman Hagman - John Tams
Rifleman Perkins - Lyndon Davis
Rifleman Cooper - Michael Mears
Rifleman "Tongue" - Paul Trussell

 

 

 

 

Zunächst muß gesagt werden, dass der Film "Sharpes Gold"/"Die Scharfschützen - Blutiges Gold" praktisch nichts mit Bernard Cornwells Buch "Sharpes Gold" zu tun hat. warum das so ist, erklärt Jason Salkey in seinem Harris Tagebuch Nr. 1.

Ich weiß nicht, welche Restriktionen der arme Drehbuchschreiber auferlegt bekommen hatte, aber vom Ergebnis her zu schließen mußte er alle Ähnlichkeiten zum Original-Buch auf alle Fälle vermeiden!

Das erklärt vielleicht auch, warum für eine sehr lange Zeit überhaupt kein Gold auftaucht! (Nein! Kein Gold, keine Unterhaltung über Gold, nichts dergleichen). Nein, meine Lieben.

Natürlich haben wir den Major Sharpe und seine Scharfschützen, und wir sind auf der spanischen Halbinsel. Wir sehen sie am Anfang, wie sie versuchen, ein Fähnlein französischer Soldaten mit Sack und Pack aufzuhalten. Sie schaffen es, aber als die Rotröcke unter ihnen die Reichtümer sehen, die die Franzosen liegengelassen haben, rebellieren sie und desertieren - natürlich unter Mitnahme aller Wertsachen.

(Und nein, wir sehen immer noch kein Gold! Juwelen, ja, Silberplatten, ja - aber Gold?? Nein.)

Unsere stolzen Scharfschützen in ihrem dunkelgrünen Uniformen treten den Rückweg über eine staubige Landstraße an und kommen dabei in ein verlassenes Dorf. Natürlich müssen sie ausgerechnet einem Trupp Militärpolizisten mit ihrem Vorgesetzten, einem Leutnant Ayres, über den Weg laufen. Kein angenehmes Treffen und es eskaliert, als der Provost Leutnant Ayres einen von Sharpes Männern aufgreift - seine unrechtmäßig erworbene Beute noch in Händen.

Und was hat der arme Teufel gestohlen?

Nein. (Errraten) Kein Gold. Sondern - ein Hühnchen!! Ja, ein Hühnchen.

Aber Plündern ist Plündern und dafür kann man gehängt werden, egal was es ist. Sharpe ist (natürlich) nicht ganz derselben Meinung wie der harsche Provost und befreit den Hühnerdieb.

Das führt nun ganz klar dazu, das Ayres Sharpe-Feind dieser Geschicht sein wird.

Bis jetzt, würde man sagen, nichts wirklich ungewöhnliches. Aber "Sharpes Gold" ist ein merkwürdiger Film. Er fängt nun an fantastische Elemente zu entwickeln, die sehr gut in einen Karl-May-Roman* passen würden, und die man nicht gerade in einem Sharpe-Film erwartet. Das ist vielleicht der Grund, warum ich bei dieser Folge immer denke, dass es die "deutsche" Sharpe-Episode ist. Das wirkliche Leben weist übrigens auch in diese Richtung: Siehe bei Harris Video Diary No 1

* = Karl May (1842 - 1912): Berühmter deutscher Autor von Abenteuer-Romanen. Bis heute wurden weltweit ca. 80 Millionen seiner Bücher verkauft. Und wer erinnert sich bei uns nicht an die in den 60ern gedrehten Karl-May-Filme mit Lex Barker und Pierre Briece? Vor allem Pierre Briece ist wohl für die meisten von uns die Verkörperung des edlen Winnetou. Und ehrlich - wer nie wenigstens ein bischen für Brieces Winnetou geschwärmt hat, der hat nicht wirklich Abenteuer-Film-Blut geleckt und sollte mal seine Grund-Einstellung zu romantischen Film-Helden checken! :-)

Wer nun Parallelen zu den Sharpe Büchern und Filmen sieht, die in England ähnlich erfolgreich sind, der hat sicherlich Recht. Aber im Gegensatz zum erfundenen Romanhelden Richard Sharpe, dem Helden von allereinfachster Herkunft,der auch stiehlt, lügt, Befehle mißachtet und praktisch alles tun würde, um zu überleben, und seinem Autor, Bernard Cornwell, der peinlich genau für seine Bücher recherchiert und in historischen Anmerkungen erklärt, was geschichtlich wahr und was erfunden ist, schrieb Karl May seine Bücher in der Ich-Form und machte seine Leser glauben, dass er selbst in die fernen Länder gereist ist und die phantastischen Abenteuer erlebt hat, die er schildert. Er selbst handelt dabei für gewöhnlich edel mit hohen moralischen Prinzipien, die er auch nicht bricht, auch dann nicht, wenn sein Leben davon abhängt. Der wirkliche Karl May kam aus allereinfachsten Verhältnissen, er hat Deutschland in seiner Jugend nie verlassen und bereiste die Länder, die er so lebhaft beschrieb, erst viel später, als er bereits ein berühmter Schriftsteller war. In seiner Jugend war er bitterarm und wurde mehrmals wegen kleinerer Diebstähle eingekerkert, die er begangen hatte, um zu überleben.

 

Die Filme::

Die Scharfschützen - Das Banner des Blutes -- Sharpes Rifles

Die Scharfschützen - Der Adler des Kaisers -- Sharpes Eagle


Die Scharfschützen - Kommando ohne Wiederkehr -- Sharpes Company

Die Scharfschützen - Armee des Schreckens -- Sharpes Enemy

Die Scharfschützen - Der Preis der Ehre -- Sharpes Honour


Die Scharfschützen - Blutiges Gold -- Sharpes Gold

Die Scharfschützen - Die Wolfsjagd -- Sharpes Battle

Die Scharfschützen - Jenseits des Todes -- Sharpes Sword



Die Scharfschützen - Das verschwundene Bataillon --Sharpes Regiment

Die Scharfschützen - Todfeinde -- Sharpes Siege

Die Scharfschützen - Der Verräter -- Sharpes Mission

Sharpes Revenge

Sharpes Justice

Sharpes Waterloo

Sharpes Challenge

Später, zurück im Camp, wenn zwei Frauen (Mutter und Tocher) ins Lager reiten, die verlangen, sofort den General Wellington zu sehen, und sich dann als Cousinen des großen Mannes entpuppen, erleben wir einen Moment schönster englischer Vernunft, wenn Wellington sich schlichtweg weigert, seinen beiden Verwandten bei der Suche nach dem Ehemann/Vater zu helfen, der irgendwo in dieser Region verlorengegangen ist.

Natürlich lädt Lord Wellington, als der Gentleman der er ist, die zwei Damen zunächst zum Abendmahl ein, bevor sie wieder heim müssen. Die Tochter, Ellie, macht das beste aus der Situation und amüsiert sich (und die Offiziere) indem sie ein reizendes Abendkleid mit wirklich beeindruckendem Dekolleté trägt. Kein Wunder, dass der arme Ayres kaum seine Augen von ihr lassen kann, und außerdem (für uns) kein Wunder, dass Ellie den rauhen Charme unseres Majors bevorzugt!

Als sich die Unterhaltung dem Thema Waffen und Ellies Geschicklichkeit als Jägerin zuwendet, wird sie zu einem Wettschießen am nächsten Morgen herausgefordert. Und wer wird ihr Gegner sein? Na klar, kein anderer als unser (und ihr) bevorzugter Scharfschütze Richard Sharpe! Der Wettkampf ist wirklich amüsant und wer sich selbst einen Sharpe-Fan nennt, darf ihn auf keinen Fall verpassen. :-)

Doch dann ist es mit dem Spaß vorbei. Wellington hat eine neue Aufgabe für Sharpe: Der Major soll Kontakt aufnehmen zu einem spanischen Guerilla-Führer und dessen Gruppe, einem gewissen "El Casco". So weit so gut.

Dann kommt natürlich El Casco, und was trägt er? Einen Helm und Brustpanzer die offensichtlich dem 16. Jahrhundert entstammen. Wir lernen, dass er eine finstere Gestalt mit kalten Augen und einer bedrohlichen Ausstrahlung ist. Er scheint nicht ganz von dieser Welt zu sein - bis er anfängt zu dealen.

(Oh! Sprechen wir jetzt vielleicht endlich über Gold?)

Was hat El Casco anzubieten? Oh, oh, englische Deserteure, die er und seine Männer in den Bergen gefangen genommen haben. Und was möchte er haben? Ja. Etwas sehr modernes: Baker-Gewehre!!

(Nein, natürlich kein Gold!!!)

"...Du sahst mich oft im Kampf mit jenen Schlingeln,
Geschminkten Katzen und bebrillten Pudeln,
Die mir den blanken Namen gern besudeln,
Und mich so gerne ins Verderben züngeln.

Du sahest oft, wie mich Pedanten hudeln,
Wie Schellenkappenträger mich umklingeln,
Wie giftge Schlangen um mein Herz sich ringeln;
Du sahst mein Blut aus tausend Wunden sprudeln..."

Heinrich Heine, deutscher Dichter, 1797 - 1856

Natürlich sind Deserteure eine Angelegenheit der Militärpolizei, und so wird Ayres abkommandiert, er soll Sharpe begleiten. Nachdem die beiden die einzigen Offiziere auf dieser Mission sein werden, versucht Ayres, getreu seiner vornehmen Erziehung, Frieden mit dem Major zu schließen, der sich, getreu seiner weit weniger edlen Herkunft, weigert und Ayres auf ziemlich miese Art in die Mangel nimmt...

" Alt? Ich bin noch nicht alt. Ich zähle erst ein einziges über hundert Jahre; meine Vorfahren aber sind viel, viel älter geworden."

Während der Alte emsig grub, fuhr er fort:

"Ja, weit über hundert Jahre! Mein Vater zählte hundertzehn, mein Großvater hundertelf und dessen Vater gar hundertzwanzig. Und dessen Vorgänger war es, der deinen Urahnen aus der Hand der Spanier rettete, als sie den großen Inka Atahualpa ermordeten und seine ganze Familie ausrotten wollten. Haukaropora hieß dieser dein göttlicher Vorfahre, und denselben Namen hast du auch erhalten. Er war der jüngste Sohn von Atahualpa und in der Ferne geboren, so daß Pizarro, der Mörder, nichts von seinem Dasein wußte. Unser großes Reich wurde zerstört, mit dem Schwerte und dem Feuer, durch List, Betrug und Verrat. Man meint, die Inkas seien ausgestorben, aber du lebst, der letzte der Sonnensöhne, und es wird die Zeit kommen, in welcher du die Spanier bestrafen und dein Reich zurückerobern wirst."

El Hijo del Inka/Das Vermächtnis des Inka

Fundort: Internet: Karl May, Das Vermächtnis des Inka, Projekt Gutenberg: http://gutenberg.spiegel.de

Später werden wir mehr über El Casco und seine Männer hören: Die Legende besagt, dass vor ungefähr 300 Jahren eine spanische Galleone in der Nähe auf Grund gelaufen sein soll. Angeblich kam sie von der Neuen Welt, beladen mit einem goldenen Schatz und Statuen von Azteken-Göttern. Die Seeleute, so heißt es, verschwanden zusammen mit allen Schätzen und dann hörte man Geschichten von blutigen, grimmigen Riten, die heidnische Männer, versteckt in den Bergen, ausführen würden.

(Ahhhh! GOLD.)

Aber El Casco ist nicht Sharpes schwierigsteVerpflichtung: Um Sharpes Leben noch ein bischen anstrengender zu machen, haben sich Wellingtons Cousinen, die schöne junge Ellie und deren Mutter, der Anordnung von Wellington widersetzt und Sharpes Trupp angeschlossen. Nicht besonders hilfreich ist dabei, dass auch Ayres ein Mitglied der Gruppe ist.

(Puuuh. Frauen! Schön für Sharpe - Aber - was ist mit dem Gold?)

"Wagen mußt du und flüchtig erbeuten,
Hinter uns schon durch die Nacht hör ichs schreiten,
Schwing auf mein Roß dich nur schnell
Und küß noch im Flug mich, wildschönes Kind,
Geschwind,
Denn der Tod ist ein rascher Gesell
."

aus dem Gedicht: "Der Soldat"
von Joseph von Eichendorff, deutscher Dichter, 1788 - 1857

Als eine französische Patrouille den Weg der Engländer kreuzt, kommt es zum Kampf und auch die beiden Frauen müssen beweisen, was in ihnen steckt. Ellie erschießt einen jungen französischen Soldaten und ist darüber sooooo verzweifelt, das Sharpe WIRKLICH etwas für sie tun muß, und er steht seinen Mann, wie nicht anders zu erwarten.

Ja, Odysseus hat schon recht, "...Frauen haben eine Art Dinge zu komplizieren..."

(Und: Immer noch kein Gold :( )

Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff

Aber nun, bevor allmählich alle anfangen zu verzweifeln an dieser Story: Sharpe, englische und französische Soldaten, Frauen, Besucher, Betrachter, Darsteller und Crew, bekommen wir doch noch ein schönes Ende: Ellie wird von El Casco gefangen genommen und in echt romantischem Stil gibt sie die klassische Jungfrau in Nöten: Gebunden und betäubt liegt sie als Opfergabe in einer gruseligen Höhle vor den steinernen Azteken-Göttern, als Richard Sharpe sie in letzter Sekunde befreit...

...und was findet er dann, als er sich anschließend noch ein wenig umschaut?

JA! Hier ist es endlich: Der Goldschatz, auf den jeder schon seit Ewigkeiten wartet. Das ist das wirklich verzauberte und bezaubernde Ende der Geschichte im besten wildromantischen fantastischen Abenteuergeschichtenstil...

 

Wo gibt's die Filme?

Die liefen auf RTL im deutschen Fernsehen, und endlich wird es sie nun auch bei uns auf DVD geben, erhältlich ab 8. November 2007 in limitierter Auflage!

Bildherkunft::

Hintergrundbild: Screencapture "Sharpes Gold", Fundort: www.full-of-beans.net. Viele weitere Bilder

 

  update 3. März 2007 + + + upload rg/20. Februar 2006
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